Kurztrip nach Amsterdam

Kurztrip nach Amsterdam

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Drei Jahre ist es nun her. Vor drei Jahren schenkte mir Savi einen Gutschein für einen Kurztrip in eine Metropole meiner Wahl. Dank einer Mischung aus Verpeiltheit, Faulheit und chronischem Zeitmangel mussten wir den Gutschein zweimal verlängern bis wir es endlich fest machen konnten: Auf nach Amsterdam.

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Rundwegtag 2015 der Rundwegfreunde Michelbach

Rundwegtag Michelbach 2015

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Am Sonntag war endlich mal wieder Wandern angesagt. Gemeinsam mit meinem Vater sind wir am Rundwegtag Michelbach 2015 der Michelbacher Rundwegfreunde mitgelaufen. Es gab mehrere Touren, von dem kurzen Spaziergang bis zum annähernd kompletten Rundweg mit 15 km, zur Auswahl und so war für jeden Geschmack und jede Konditionsstufe etwas dabei.

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Sommerfest in der Pommernanlage bei Wolfhagen

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Im Zuge meines Projekts GRENZEN ÜBERWINDEN (mehr Infos unter www.grenzen-ueberwinden.com) waren wir dieses Wochenende zu Gast beim Sommerfest in der Pommernanlage bei Wolfhagen. Gemeinsam mit den Bewohnern feierten wir alle zusammen und hatten eine richtig gute Zeit mit leckerer internationalen Küche aus den jeweiligen Herkunftsländern, einer Flüchtlingsband, ausgelassenem Tanz und dem obligatorischen Kinderbespaßungsprogramm.

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Gaggenau räumt auf

By | Allgemein | Keine Kommentare

Eigentlich wollte ich diesen Samstag meinem Vater mal wieder im Wald beim Holzmachen helfen. Zeitgleich fand aber die Aktion „Gaggenau räumt auf“ in der Nähe statt. Da der Zufahrtsweg in diesem Zeitraum sowieso blockiert war, hat sich mein Vater kurzerhand freiwillig gemeldet mitzuhelfen.

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HOPE – wie alles begann

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HOPE

wie alles begann

Vor kurzem habe ich einen kurzen, kleinen YouTube-Clip hier in meinem Blog und bei Facebook veröffentlicht.
Leider, leider haben viele von euch diesen Clip nicht wahrgenommen, da meine Internetseite nicht erreichbar war. 

Herzlichen Dank lieber Provider

Hier noch einmal der Teaser zur Auffrischung bzw. für alle, die ihn noch nicht kennen:

Worum geht es? Wie kam es dazu?

Anfang November habe ich erfahren, dass meine Schwester einem Flüchtling Deutsch beibringen möchte. Fasziniert und gerührt über ihr Engagement begann es in meinem Kopf unwillkürlich zu arbeiten: ‚Wie kann ich ihr helfen? Was kann ich für die Flüchtlinge tun? Gibt es vielleicht sogar die Möglichkeit einer fotografischen Aufarbeitung?‘

Nachdem ich in meinem näheren Umfeld (ich verzichte bewusst auf eine genauere Verortung) teilweise mehr als grenzwertige Ansichten über Ausländer, Muslime und Flüchtlinge mit anhören musste, stand mein Entschluss fest:
Stefan, du kannst hier nicht tatenlos deinen Hintern im Büro breit sitzen, während anderswo Menschen, denen du eigentlich mehr zugetraut hast, solche Statements vom Stapel lassen. Punkt.

Was also tun?

Ich bat meine Schwester, den Flüchtling zu fragen, ob es für ihn in Ordnung wäre, wenn ich das gemeinsame Lernen fotografisch begleite und seine Geschichte den (unwissenden) Leuten da draussen erzähle. In der Hoffnung, das wenigstens ein paar Menschen ihre Meinung noch einmal überdenken.

Meine Schwester schrieb ihm dann folgendes:

Goodmorning, how are you today? I wanted to ask u a thing.. My brother is a very good photographer and thats the job he is doing. I told him about you and what our plans are to help you become integrated more here in germany. I told you that many people talk in a bad way about refugees and they have kind of bad prejudices against ppl who get offered sanctuary. So his plan is now to go along with us with taking Photos and writing a kind of report about what we are doing. Would you like him to do this? For him its just for his freetime but he is very interested in this topic and ge likes what i am doing. Would you mind him to Come to our Meetings sometimes to take Photos and talk to you? He is very interested in the Story you can tell and he Really wants to make people aware thru his Photos and report that it is very important to support refugees here in germany. Do you agree with that? I love the idea alot 🙂

Seine Antwort:

Hi good afternoon. I’m very sorry for relying lately. I was sleeping and just waking up. The idea you came up with  your  brother is something very much needed because we are not bad people from our countries. Therefore this is necessary for the German people and the world at large to be aware of this. I’m accepting the idea in good faith and ready to answer all questions within my mites. The idea is an excellent one because there are people like me who are not accepted in the society because of many are thinking negatively agents them. Indeed I love the idea a lot more than you.

Er war nicht nur einverstanden, sondern richtig begeistert. WOW! Bis die Antwort kam, schaute ich gefühlt alle fünf Minuten auf mein Smartphone, ob nicht doch schon eine Nachricht da ist. Ich habe es bis heute noch niemandem erzählt, aber ich hatte ordentlich Herzklopfen und nasse Hände, als ich endlich die Antwort bekam. Geistig schon auf eine Absage vorbereitet, öffnete ich die Nachricht und kam aus dem Lächeln und Staunen nicht mehr heraus. ‚Yeah, er ist dabei. Und nun lasst uns große bewegen!‘, dachte ich so für mich.

Die erste Begegnung

Gemeinsam fuhren meine Schwester und ich in Richtung des Flüchtlingsheims. Auf der Fahrt machte ich mir noch ein paar Gedanken, für die ich mich im nachhinein doch schämen muss. ‚Wie die Leute dort wohl ticken? Werden sie dich akzeptierten?  Anfeinden? Ist es dort gefährlich? Muss ich besonders auf mein Equipment aufpassen?‘

Ich teile meine nicht rühmlichen Gedanken aus einem bestimmten Grund. Ich möchte auf ein ganz essentielles Problem in der ganzen Flüchtlingsdebatte aufmerksam machen: Unwissenheit.

Mangels eigenen Erfahrungen orientiert sich der Mensch an Dingen, die er mal von anderen Menschen gehört hat. Ob man will, oder nicht. Es spielt keine Rolle. Es passiert einfach. Leider. Es fallen unweigerlich in Gedanken Worte wie: Gefährlich. Alles Dealer. Diebe. Taugenichtse. Belästigen unsere Töchter. Klauen unsere Jobs.

Kurzer Einwurf:

Als mündiger Bürger eines demokratischen Landes, wie Deutschland es ist, steht es uns natürlich frei bei den abkürzungsfreudigen Hohlkörpern mit zu marschieren.

Oder

Alle Ressentiments erst einmal beiseite legen (nicht zu verwechseln mit vergessen) und den Menschen eine Chance geben, die sie verdient haben – die jeder Mensch verdient hat. Wer weiß, vielleicht sind sie ja gar nicht so schlimm…

Nachdem mir dies klar wurde, war ich zwar immer noch etwas aufgeregt (ungewohnte Situation), hatte aber mal wieder eine wichtige Lektion in Sachen ‚wie man eben manchmal so tickt‘ gelernt und freute mich sehr, den jungen Mann endlich kennen zu lernen. Angst vor den Menschen dort, hatte ich keine. Ich sollte recht behalten.

T-Shirt und Badelatschen

Wir bogen von der Schnellstraße ab und an der Zufahrt zum Heim wartete er schon. Selbstverständlich im T-Shirt und Badelatschen! Respekt. Es stellte sich heraus, dass er zwar auch wärmere Klamotten besitzt, sie jedoch nicht anziehen wollte. Vielleicht war er auch aufgeregt, mir wird dabei immer warm.

Wir begrüßten uns und stellten uns einander vor. Sein Name ist Buba. OK, sein richtige Name ist etwas länger, aber belassen wir es fürs erste bei Buba.

Er stieg in unser Auto und wir fuhren die letzten Meter zum Heim. ‚OK Stefan, jetzt geht es los.‘ Dort  angekommen begrüßte uns Uncle auf eine sehr herzliche Art und Weise. Uncle ist nicht Bubas richtiger Onkel, auch wenn es vom Alter durchaus passen könnte. Uncle, der eigentlich Ebrima heißt, floh aus dem gleichen Land wie Buba, und hat sich ihm angenommen. Toll oder? Da ich in manchen Situationen nicht der größte Redner bin (eher der Schreiber, manche von euch haben es womöglich bereits bemerkt), schlug ich vor, so lange wir noch etwas Licht haben, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Uncle zeigte uns dann eine Strecke an einem Bach entlang, die er oft geht. Auf dem Hinweg glichen wir eher einer Trauer-Prozession, da wir nicht sonderlich viel redeten. ‚Was soll/kann/darf ich Sie alles fragen? Über was können wir reden, ohne ihnen zu nahe zu treten?‘ Spätestens beim Rückweg tauten wir dann aber alle etwas auf und kehrten munter plaudernd und lachend zum Heim zurück. Über das Wetter kann man halt nicht nur mit Deutschen immer reden…

Das Eis war gebrochen.

Im Zimmer von Buba begann meine Schwester dann mit ihm die Deutschstunde. Ich zeichnete einige Soundschnipsel (bspw. das ABC, bekannt aus dem HOPE-Teaser) auf und fotografierte die beiden beim Lernen.

Währenddessen blickte ich mich etwas in seinem Zimmer um:
Betten = zwei
Fenster = zwei

Schrank = einen
Tisch = einen
Stühle = drei (einer davon geliehen)
Kühlschrank = einen (kleinen)
Privatsphäre = keine

Er hätte es sicherlich schlechter treffen können. Dennoch kann ich mir kaum vorstellen, dass unsereins über Jahre wie in einer Jugendherberge leben möchte. Im großen und ganzen kann man sagen, dass die Unterkunft nicht das Problem ist. Problematisch ist die Perspektive.

Auf die Frage hin, was die beiden den lieben langen Tag machen (können), bekam ich die Antwort:
Schlafen, Frühstück, schlafen, Mittagessen, schlafen Abendessen. (Alternative zu schlafen ist meist im Zimmer rumhängen)

Das machen die Flüchtlinge nicht, weil sie besonders faul sind. Sie machen nichts, weil sie nichts sinnvolles tun können bzw. dürfen. Der Gesetzgeber schreibt es so vor. Leider. Verdammt in einer Art offenes Gefängnis zu leben; nun verstehe ich, dass diese Leute für jedwede Abwechslung dankbar sind.

Eines der schönsten Geschenke, die jeder von euch diesen Menschen geben kann (weil es nichts außer Zeit kostet) ist, ihnen ehrlich interessiert zuzuhören. Gemeinsam Zeit zu verbringen. Ihr würdet euch wundern, was diese Menschen schon alles in ihrem teilweise erst kurzem Leben durchgemacht haben.

Plötzlich werden die eigenen Probleme ganz unbedeutend und klein.

Einer der wunderbarsten Momente meines Lebens

Nach dem Lernen quatschten wir noch über dies und das. Versuchten ein paar Brocken ihrer Muttersprache zu lernen und genossen die gemeinsame Zeit.

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Irgendwann gingen wir dann in die Gemeinschaftsküche. Was mir dort widerfahren ist, hat mich wirklich nachhaltig geprägt und lässt mich an das Gute im Menschen gleich welcher Herkunft, Rasse oder Religion glauben.

Kaum waren wir dort, kamen allerlei Leute zu uns, schüttelten uns die Hand und stellten sich vor. Wir bekamen Tee und frisch gebackene (bzw. frittierte) Köstlichkeiten und es war so, als würde man sich schon Jahre kennen.

Dann kam einer dieser wunderbaren Momente, die man sonst nur aus Filmen kennt.
Etwas verlegen, weil mir kein besseres Gesprächsthema in den Sinn kam, fragte ich Uncle Ebrima, was es denn mit seinen Armbändern auf sich hat. Ob es vielleicht eine tiefere Bedeutung (religiös oder ideologisch) für ihn hat? Bitte entschuldigt mein Vokabular a la heftig.co und Konsorten. Aber was dann passierte zog mir schier den Boden unter den Füßen weg. Ebrima sagte mit, dass er die Armbänder von seinem Vater bekam und dieser von seinem. Er zog zwei seiner drei Armbänder aus und gab je eines meiner Schwester und eines mir, gefolgt von den Worten: ‚Dies sind für mich besondere Armbänder also möchte ich sie besonderen Familienmitgliedern schenken. Buba du bekommst keins!‘ fügte er noch lachend hinzu.

So stand ich also in der Küche eines Flüchtlingsheims in meiner Hand das Armband von Ebrima, den ich nicht einmal vier Stunden kannte. Ich war sprachlos. Er schenkte mir wirklich dieses Erbstück seiner Familie, dass er von seinem Vater bekommen hatte, der im Gefängnis sterben musste, wie ich später erfuhr.

Sicherlich stoße ich jemandem damit vor den Kopf, aber ich hatte noch nie in meinem ganzen Leben ein so bedeutendes und wertvolles Geschenk bekommen. Auch jetzt, während ich diese Zeilen verfasse, habe ich schwer Pippi in den Augen.

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Danke Ebrima.

Nach dieser denkwürdigen Szene verbrachten wir noch einige Zeit mit den Leuten in der Küche, aßen Gebäck, tranken Tee, sprachen über unsere Kulturen und lachten gemeinsam. Es war einfach wunderschön. Jeden noch so kleinen Zweifel konnte ich guten Gewissens mit meinem Tee herunterschlucken, wo sie auch hingehören und blieben.

Wir saßen dann noch etwas in Bubas Zimmer und schmiedeten schon Pläne für den nächsten Tag, er wollte uns ein Mittagessen kochen. Ehe wir die beiden schweren Herzens für den Moment verließen.

Ich kam mit einem mulmigen Gefühl und ging mit einem erfüllten Herzen.